LICHTBURG

Geschichte der LICHTBURG.

Auf dieser Seite wollen wir Ihnen die Geschichte der LICHTBURG aufzeichnen.

Die folgende Zeitungsanzeige wurde am 05. November 1910 zur Eröffnung der "Lichtspiele" im Generalanzeiger geschaltet. In den frühen Jahren der LICHTBURG hieß das Kino noch "Lichtspiele", wie in der Anzeige zu sehen ist. Erst einige Jahre später wurde das Lichtspielhaus in LICHTBURG unbenannt.

In den Anfängen gehörte die LICHTBURG zu den schönsten Lichtspielhäusern in Deutschland.

Vorab einen ganz großen Dank an Frau Anne Landsberg-Franco für die vielen neuen Informationen und Fotos!


Ab 1931 gehört die Lichtburg Herrn Moritz Lewin. Im Jahre 1933 mußte er das Kino jedoch an andere Betreiber abgeben. Dies erfolgte wie zu vermuten ist nicht freiwillig, sondern wurde von dem Nazi Regime angeordnet, da Herr Moritz Lewin jüdischer Herkunft war. Diese Zeit gehört zu den traurigen und dunklen der LICHTBURG. Die Lichtburg fiel in die Hände von Betreibern die dem Regime nahe standen.

Wärend des Krieges wurde der Gebäudekomplex der LICHTBURG stark beschädigt und es war kein Spielbetrieb mehr möglich. Unseres Wissens nach war nur noch die Gebäudefront intakt.

Nach dem Krieg wurde das Gebäude, und somit auch der Saal der LICHTBURG, schnell wieder hergestellt und aufgebaut, sodaß die Düsseldorfer ihr Lieblingskino und die Filmkunst wieder genießen konnten. Doch zu dieser Zeit hatten die Amerikaner das Vorrecht Filme anzuschauen und zu zeigen. Das düsseldorfer Publikum mußte sich Anfangs mit nur einer Vorstellung pro Tag zufrieden geben.

In den folgenden Jahren wurde die LICHTBURG wieder ganz in düsseldorfer Hände übergeben.

Die 1933 eingestezten Betreiber bespielten die LICHTBURG bis 1961, ab diesem Jahr übernahm Herr Moritz Lewin wieder offiziell und alleine die LICHTBURG. Interessant daran ist, das die LICHTBURG schon seit dem 09.07.1953 wieder von Herr Lewin unter der Lichtburg M. Lewin & Co OHG im Handelsregister geführt wurde. Dies zeigt das der Kampf um die Rückgabe der LICHTBURG sehr lange angedauert hat - zum Glück erfolgreich!


Ende 1959, Anfang 1960 bat Herr Lewin, der zu dieser Zeit schon älter und krank war,  seine Tochter Frau Charlotte Lewin de Arndt zurück nach Deutschland und Düsseldorf zu kommen, um ihm bei der Leitung der LICHTBURG behilflich zu sein. Im Zuge der Heimkehr von Frau Lewin de Arndt, kam auch der gute Freund der Familie Herr Landsberg mit seiner Mutter nach Düsseldorf. Herr Landsberg übernahm im Jahre 1964, auf Wunsch der Familie Lewin, 30% der Anteile der LICHTBURG und stieg somit die Geschäftsführung ein.

Anfang 1965 verstarb Herr Lewin und das Kino wurde von seiner Tochter und Herrn Landsberg weitergeführt.

Etwa 1970 zog sich Frau Charlotte Lewin de Arndt aus privaten Gründen aus dem Kinogeschäft zurück und Herr & Frau Landsberg übernahm die restlichen Eigentumsanteile.

 

Bis Anfang der 70ziger Jahre war die LICHTBURG ein großer prächtiger Saal.

Jedoch mußte die Familie Landsberg auf die neuen Sehgewohnheiten und das größere Filmangebot eingehen. Man entschloss sich den großen Saal zu unterteilen. 1972 wurden die Umbaupläne von Herrn Landsberg und dem Architekten Herrn Günther Ritter erstellt. 

Im ersten Schritt entstand das kleinere LICHTBURG-Studio, welches die Fläche unter dem Balkon des großen originalen Saales war. Im zweiten Schritt wurde der Balkon/die Loge des großen Saales zu einem eigenen Saal umgebaut, es entstand die LICHTBURG 2. Die Eröffnung der umgebauten LICHTBURG erfolgte ebenfalls unter der Leitung von Herrn und Frau Landsberg.

 

1974 übernahm Herr Willi Goldermann die Lichtburg. Die LICHTBURG an Herrn Goldermann abzugeben hatte folgenden Grund: große Kinobetreiber, die die Kinolandschaft unter sich konzentrierten und aufteilten, wie z.B. die UFA der Familie Riech, machten es für „Einzelkämpfer“ wie die LICHTBURG immer schwerer, wichtige Filme von den Verleihern zu erhalten. Herr Goldermann, dem auch mehrere Kinos gehörten, versuchte durch diesen Zukauf seine Position gegenüber den Verleihern zu stärken.

 

1995 verstarb Herr Landsberg.

Ende der 90iger Jahre wurde die LICHTBURG nochmals renoviert und modernisiert und ein Café-Bar in den Eingangsbereich eingebracht.

Nachdem die UFA 2002 Insolvenz anmelden mußte, wurde erstmals durch die Vermieter signalisiert das man nicht gewillt war den Mietvertrag, welcher bis Ende 2004 lief, zu verlängern. Die Eigentümer des Gebäudes hatten die Sorge, das die Miete, die bis dato immer pünktlich gezahlt wurde, ausbleiben könnte. Des weiteren wurde ihnen durch einen düsseldorfer Immobilienmakler nahe gelegt das Mietverhältnis unbedingt zu kündigen, da es lukrativer wäre an eine Kette zu vermieten.

Doch zunächst übernahm die Kinokette Kieft+Kieft aus Lübeck die angeschlagene UFA und führte die Geschäfte im Namen des Insolvenzverwalters weiter.

Die Schließung rückte näher. Auch nach einer Unterschriftenaktion (15.000 Unterschriften wurden durch die Mitarbeiter der LICHTBURG gesammelt) und einer Podiumsdiskussion woran der Oberbürgermeister J. Erwin, Miteigentümer des Mietobjektes, Vertreter der UFA und viele Freunde der LICHTBURG teilnahmen konnte man sich auf einen weiteren Spielbetrieb nicht einigen. Es war beschlossene Sache: die LICHTBURG sollte am 29. dezember 2004, nach über 94 Jahren ihren letzten Spieltag haben.

Mit tiefer Trauer wurde das Haus am 29.12.2004 geschlossen, und somit verschwand ein Stück Kinokultur aus Düsseldorf, aus Deutschland. In den Tagen zuvor statteten viele Stammgäste und Düsseldorfer ihrer LICHTBURG einen Abschiedsbesuch ab. Tränen flossen. Für viele war es ein Abschied von einem guten Freund, einem liebgewonnen Zuhause und einer Institution.

Am 30.12.2004 wurde das gesamte Interior der LICHTBURG verkauft. Viele viele Düsseldorfer wollten ein Stück Andenken an ihr Lieblingskino erhalten.

Als Erinnerung an die LICHTBURG sammelte die LICHTBURG-Familie Spenden um eine Gedenkplatte aus Gußeisen anfertigen zu lassen, die Anfang Juni 2005 in den Gehweg der KÖ eingelassen wurde.

Die KÖ prägende Leuchtreklame der LICHTBURG wurde gerettet und steht im Keller des letzten Theaterleiters der LICHTBURG.